Fundamentals of Piano Practice


Klavier spielen

- Grundlagen, Übungen, Praxistips -
von Chuan C. Chang (2. Ausgabe)
Übersetzung: Edgar Lins

Letzte Änderung: 28. Februar 2009


Chuan C. Changs Homepage


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Inhaltsverzeichnis der 2. Ausgabe
1. Kapitel der 2. Ausgabe

Die erste Ausgabe besteht aus drei Kapiteln:
1. Erwerb der Technik zum Klavierspielen
Dieses Kapitel ist ein Abschnitt wie "Klavier für Anfänger". Es ist für diejenigen mit etwas Klaviererfahrung, die auf eine "Mauer" gestoßen sind, weil so viele Lieblingsstücke Abschnitte haben, die zu schwierig zu spielen sind - wie lernt man schnell diese schwierigen Abschnitte, so daß man sie ohne Beschränkungen durch die Technik spielen kann?
2. Klavier stimmen
(Chromatische Tonleiter, Temperieren, Anleitung zum Stimmen)
3. Theorie des Lernens

Klicken Sie hier für KOSTENLOSE DOWNLOADS DER ZWEITEN AUSGABE DIESES BUCHS (Inhaltsverzeichnis).

Die gesamte 2. Ausgabe dieses Buchs steht nun kostenlos auf der o.a. Seite zur Verfügung. Die 2. Ausgabe ersetzt die 1. Ausgabe; sie ist eine überarbeitete und erweiterte Version der 1. Ausgabe. Die Downloads sind kostenlos, weil ich Kommentare dazu bekommen möchte, wie man das Buch verbessern kann. Auch möchte ich, daß diese nützliche Information für den Unterricht für jeden zu den geringsten Kosten und so früh wie möglich zur Verfügung steht. Dieses "Online-Buch" wird, anders als gedruckte Bücher, immer auf dem neuesten Stand sein, und Sie können herunterladen, was immer Sie davon brauchen. Dieses Material ist kostenlos, weil es von unschätzbarem Wert ist, wenn ein junger Mensch erfolgreich auf dem Weg zu einer Musikkarriere ist. Wenn jemand Musik spielen kann, von der er immer geträumt hat, sie zu spielen, oder wenn Lehrer zusehen können, wie ihre Schüler schnelle Fortschritte machen, dann ist das nicht mit Geld zu bezahlen!

Highlights des Buchs (1. Ausgabe)

  1. Lernen Sie das Klavierspielen bis zu 1000mal schneller! *(sehen Sie dazu die Berechnung der Lernrate im Buch).
    SCHÜLER: wenn Sie einen Lehrer suchen, versuchen Sie einen zu finden, der eine ähnliche Methode wie die im Buch beschriebene benutzt; alle erfolgreichen Lehrer benutzen eine Variante dieser Methode.
    LEHRER: wenn Sie diese Art von Methode nicht benutzen, kann die Information in diesem Buch sehr wertvoll für Sie sein.
  2. Lernen Sie die Methoden, die von Genies wie Franz Liszt und den meisten der großen Pianisten benutzt werden.
  3. Entdecken Sie, warum und wie jeder schnell Klavier lernen kann.
  4. Wie man sich für Konzerte vorbereitet und Nervosität kontrolliert.
  5. Einfache "Schritt-für-Schritt"-Anweisungen, wie man das Klavier selbst stimmen kann - Stimmen erfordert keine "guten Ohren" oder Musikausbildung.
  6. Mathematische und leicht verständliche Definition der Chromatischen Tonleiter und des Temperierens.
  7. Allgemeine Methoden, um alles in der kürzest möglichen Zeit zu lernen.
  8. Dieses Buch ist für Lehrer genauso wichtig wie für Schüler, die in der Lage sein möchten, alles was sie möchten ohne Einschränkungen durch ungenügende Fingertechnik zu spielen.

* "1000x schneller zu lernen" bedeutet nicht, daß Sie innerhalb weniger Monate Konzertpianist werden - es bedeutet, daß viele Schüler bestimmte schwierige Passagen mit Raten lernen, die 1000x langsamer sind als sie sein sollten. Es bedeutet, daß Sie in der Lage sein sollten, mit Raten zu lernen, die mit denen berühmter Pianisten - einschließlich Mozart, Liszt usw. - vergleichbar sind.

Über den Autor

Ich wurde 1938 in Taiwan geboren, wuchs in Japan auf (1945-1958) und kam dann 1958 in die USA; erhielt ein BS-Grad in Physik vom RPI in Troy, NY, und einen PhD in Physik von der Cornell Univ. Begann Klavierunterricht 1950. Die Idee, dieses Buch zu schreiben, resultiert aus einem Ereignis von 1978, als ich eine unserer beiden Töchter zu ihrem Klavierunterricht mit Frl. Yvonne Combe begleitete. Ich konnte mir kaum vorstellen, daß es mein Leben verändern und eine einmalige Lebenserfahrung sein würde. Innerhalb weniger Unterrichtsjahre machten unsere beiden Töchter mit unglaublicher Geschwindigkeit Fortschritte, die meine Frau und ich natürlich (und fälschlicherweise) ihrer Intelligenz zuschrieben. Während dieser Unterrichtsstunde wurde es Zeit, ein neues Musikstück auszuwählen, weshalb die Lehrerin ihr abgenutztes Buch herausnahm, in dem alle in Frage kommenden Stücke nach ihrer Schwierigkeit angeordnet waren. Frl. Combe sagte: "Wähle aus, was immer Du möchtest!", und unsere Tochter ging das ganze Buch durch, Leichtes und Schweres, um nachzusehen, was ihr gefallen könnte. Ich mußte mich einfach einmischen und fragte: "Sollte Sie nicht innerhalb Ihrer Schwierigkeitsstufe bleiben?" Die Lehrerin lächelte wissend zu unserer Tochter und sagte: "Schwierigkeit ist nicht unser Problem, oder?" Ich war so verlegen über meine offensichtliche Unwissenheit und verblüfft über die Implikationen dessen, was sie sagte, daß ich für den Rest des Unterrichts still war und danach mit unserer Tochter lange Gespräche über das Thema führte. Kurze Zeit danach entschloß ich mich, aufzuzeichnen, wie dieses Lehrsystem funktioniert. Es brauchte ungefähr 15 Jahre weiterer Beobachtungen, Vergleiche und Untersuchungen, um zu erkennen, daß die meisten Lehrer keine Übungsmethoden lehren, und die Gründe dafür zu verstehen.

Quellenmaterial für dieses Buch

Die Entscheidung, dieses Buch zu schreiben, wurde ungefähr zur der Zeit getroffen, als unsere Klavierlehrerin im Alter von 96 Jahren starb. Sie war Frl. Yvonne Combe, eine der hervorragenden Schülerinnen von Marguerite Long. Frl. Combe war eine Anhängerin von Debussy und half, seine neuen Kompositionen mitzuschreiben, während er sie (mit voller Geschwindigkeit) auf dem Klavier spielte. Sie spielte Saint-Saëns' Klavierkonzert mit dem Komponisten als Dirigent. Sie hinterließ ein Erbe von vielen wohlbekannten Pianisten und noch viel mehr Schülern, die während ihres ganzen Lebens Freude an der Musik hatten und weitere Schüler unterrichteten. Meine 1. Ausgabe des Buchs ist mein zugegebenermaßen unzureichender Versuch, ihre Methoden zu verstehen und zu beschreiben. Die 2. Ausgabe des Buchs schließt Material ein, das ich - hauptsächlich im Internet und in der existierenden Literatur - gesammelt habe, seit ich 1994 die 1. Ausgabe geschrieben habe.

Auch habe ich mir selbst das Klavierstimmen durch das Lesen von Büchern beigebracht, weil ich als verheirateter College-Student nicht das Geld hatte, einen Klavierstimmer zu bezahlen. Da weder meine Frau noch ich eine Familiengeschichte haben, die besondere musikalische Talente ausweist (niemand in unserer Familie hat ein absolutes Gehör), muß ich das absolute Gehör unserer beiden Töchter auf die Tatsache zurückführen, daß unser Klavier seit ihrer Geburt immer gestimmt war.

Inhaltsverzeichnis (1. Ausgabe)

KAPITEL 1: FINGERTECHNIK FÜR KLAVIER

I. EINFÜHRUNG
1. Was ist Klaviertechnik?
2. Dieses Buch lehrt Technik, nicht Musik; aber ...
II. HAUPTBESTANDTEILE DER METHODE
1. Hände getrennt
2. Takt-für-Takt, Kontinuitätsregel
3. Geschwindigkeit steigern, Gefahren langsamen Spielens
4. Akkord-Trick und Erforschung
5. Schwierige Passagen kürzen
6. Fingerbewegungen ökonomisieren, richtige Handpositionen
7. Die Wahl der Übungsgeschwindigkeit
8. Genaues Tempo und das Metronom
9. Schlechte Angewohnheiten - die größten Feinde des Schülers
10. Fingersätze
11. Haltepedal
12. Dämpferpedal
13. Tonleiter, Arpeggio, Triller
14. Schwache linke Hand
15. Hände zusammen
16. Auswendig lernen
17. Ausdauer aufbauen
18. Fingerübungen
19. Wichtigkeit langsamen Spielens
20. Wann man schnell spielt
21. Feinpolitur - Fehler eliminieren
22. Nutzen eines gestimmten Klaviers, Vorteile und Nachteile von Flügeln gegenüber Klavieren
23. Entspannen!
24. Diese Methode ist 1000mal schneller!
25. Hinweise zum Unterrichten
26. Warum andere Methoden nicht funktionieren
III. EIN NEUES STÜCK BEGINNEN
1. Hören Sie zuerst den Profis zu
2. Hinweise zum Anfangen und vom Blatt lesen
3. Hören Sie sich selbst beim Spielen zu
IV. VORBEREITUNG AUF KONZERTE
1. Geheimnis guter Vorführung
2. Wie man sich auf Konzerte vorbereitet
3. Nervosität - Ursachen und Kontrolle
V. ODE AN DIE FREUDE!
VI. ZUSAMMENFASSUNG DER REGELN

KAPITEL 2: KLAVIERSTIMMEN

I. EINFÜHRUNG
II. ERFORDERLICHE WERKZEUGE
III. DAS KLAVIER VORBEREITEN
IV. STIMMVORGANG

1. Den Bezugspunkt einstellen
2. Die Quintenzirkel-Methode
3. Das Resultat überprüfen
4. Verfeinern der Stimmtechnik
V. ANDERE STIMMALGORITHMEN
VI. CHROMATISCHE TONLEITER UND STIMMUNG

1. Mathematische Abhandlung
2. Nichtmathematische Erklärung

KAPITEL 3: LERNTHEORIE

I. EINFÜHRUNG
1. Alter gegenüber Lernen (Wie Beethoven die Gruppentheorie "benutzte", um zu komponieren. Wie man ein absolutes Gehör bekommt.)
II. HAUPTKATEKORIEN DES LERNENS
III. PHYSISCHE FERTIGKEITEN

1. Fertigkeiten, die an einem Tag erlernt werden können
2. Fertigkeiten, die eine lange Zeit zum Erlernen erfordern
3. Lerntricks für "Eintags"-Fertigkeiten
IV. MATHEMATISCHE LERNTHEORIE
V. MECHANISMUS DES MENSCHLISCHEN LERNENS
(wie man sein Unterbewußtsein benutzt)

Bitte senden Sie Kommentare.


Beispiel einer Antwort der Leser:

Unten ist eine wörtliche Abschrift eines Postings in der Newsgroup rec.music.makers.piano von Dick Norton vom 22. Juli 1997 [d.h. deren Übersetzung :-). Ich hoffe, daß ich als Nicht-Amerikaner die Feinheiten des Inhalts ziemlich korrekt wiedergegeben habe. Im Zweifelsfall also bitte das Original zu Rate ziehen und selbst ein Bild machen.] ; er hatte mir am 11. Juli 1997 die folgende E-Mail zugesandt:

"Habe das Buch heute erhalten aber noch nicht gelesen. Ist jedoch auf den ersten Blick sehr interessant."

Deshalb, er hatte das Buch nur 11 Tage, sein Posting vom 22. Juli (mit Erlaubnis von Mr. Norton):

Zusammenfassung: Hier sind drei Quellen, die ich für das Verbessern der Technik wertvoll finde.

Dies ist ein langes aber nicht ausuferndes Posting über meine Erfahrungen mit dem Üben mit jeweils einer Hand mit voller Geschwindigkeit, wie es bereits in diesem Thread befürwortet wurde. Wie bereits erwähnt, ist dies in keinster Weise ein Vorschlag, daß das langsame Üben aufgegeben werden soll - es soll nur verschoben werden.

Es gibt drei entscheidende Aspekte beim Klavierspielen. Das sind das musikalische Konzept, Technik und Übungsgewohnheiten. Man muß etwas zu sagen haben, man muß es sagen können, und wenn man nicht glücklich damit ist, wo man ist, muß man die Mittel haben, etwas zu verbessern. Diese letzte Kategorie, Übungsgewohnheiten, ist etwas, mit dem viele Menschen alleine zurecht kommen müssen, ungeachtet der Qualität der Anweisungen, die sie erhalten. Als ein Resultat wird vielleicht oft behauptet, daß man seinen eigenen Weg finden muß, und daß es deshalb keinen Sinn macht, eine systematische Vorgehensweise dafür anzubieten. Ich stelle diesen Schluß in Frage, obwohl ich mit der Prämisse einverstanden bin.

Meine Position ist das Resultat einiger sehr informellen Untersuchungen, die ich durchgeführt habe, um zu versuchen, die Frage zu beantworten, was (für mich) die effizienteste Art zu üben ist. Ich entdeckte drei Quellen, die ich anderen gerne empfehlen würde, die nach einer Verbesserung dafür suchen, wie sie technische Probleme angehen. Diese Quellen sind:

  1. "Fundamentals of Piano Practice" - Chang. Das ist die einzige Arbeit, die ich kenne, die sich mit speziellen Themen darüber befaßt, wie man üben sollte. Ich habe jedes Buch, das ich zu dem Thema finden kann, gelesen, und dieses ist das praktischste. Ich glaube nicht, daß es perfekt ist, aber ich habe die vorgeschlagenen Techniken während 30 Stunden Klavierüben angewandt, und ich bin sehr glücklich zu berichten, daß sie wirklich funktionieren, zumindest bei mir. Eine bedeutende Verbesserung war innerhalb weniger Tage deutlich sichtbar und die Vorgehensweise scheint sich als stichhaltig zu erweisen. Es ist eine wahre Freude, zu hören, wie die schweren Teile von bedeutenden Liedern bei der richtigen Geschwindigkeit mit Kontrolle, Freiheit, Leichtigkeit und Phrasierung lebendig werden.

    Ich glaube, daß Anspannung zu vermeiden in diesem Zusammenhang entscheidend ist, wie unten in 3 beschrieben, was ein gutes Begleitmaterial zu diesem Buch abgibt.

  2. "Mastering Piano Technique" - Seymour Fink. Erhältlich bei xxxxxxx - Buch $24.95, Video $24.95, beide $44.90. Das Buch handelt von Körpertechnik - den großen und kleinen Bewegungen, die man einsetzen kann, um Klavier zu spielen. Dieses Buch zu benutzen ist ein langfristiges Projekt.

  3. "Freeing the Caged Bird" - ein Video erhältlich bei xxxxxx für $39.95 + $4.95 Versandkosten. Das ist ein Video über den Erwerb einer anspannungsfreien Technik. Sehr interessant und mit vielen Beispielen zum Spielen mit null (verbleibender) Anspannung. Es gibt ein paar kurze Clips von Rubinstein, die wirklich großartig sind, und etwas Filmmaterial über einen 14-Jährigen, der Liszt spielt. Das letztere ist sehr interessant, weil eine der Übungstechniken etwas ist, was im oben unter 1 erwähnten Klavierübungsbuch vorgeschlagen wird.

Einige Kommentare zu Buch (1):
Das folgende ist meine Interpretation bzw. Erklärung von einigem des Materials im obigen Buch (1). Dies sind weder Beispiele aus dem Buch noch sind es Auszüge.

Einer der Grundsätze von 1 und 3 ist, daß man neue Passagen am besten von Anfang an mit oder fast mit der vollen Zielgeschwindigkeit lernt. Das widerspricht dem, was wir normalerweise gelernt bekommen, aber es stellt sich als sehr sinnvoll heraus. Zum Erreichen dieser Geschwindigkeit ist es hilfreich, jeweils mit einer Hand zu spielen.

Lassen Sie mich eine Analogie zwischen dem Klavierspielen und dem Tauchen herstellen. Es kommt ein Punkt beim Tauchenlernen, an dem man es einfach tun und springen muß. Man kann diese Fähigkeit nicht schrittweise lernen - das ist, was man "ins kalte Wasser springen" nennt. Klavier spielen kann genau so sein, aber wenige Leute merken es. Tonleitern lassen sich sehr gut steigern, d.h. wenn man das Einsetzen von Anspannung vermeidet, kann man eine Tonleiter schrittweise beschleunigen. Kanons wie jene im ersten Satz von Mozarts K576 oder der letzte Satz in Beethovens Op. 57 sind eine andere Sache. Sie sind in der Hinsicht tonleiterartig, daß es eine einzelne Zeile für jede Hand gibt, aber sie erlauben es nicht so gut, die Geschwindigkeit schrittweise zu steigern. Tonleitern sind wie ein einfaches Eintauchen, aber Kanons erfordern einen 1,5-Punkte-Sprung. Keine Anzahl von aufeinanderfolgenden 0,5er-Sprüngen (von verschiedenen Tauchgängen) wird Ihnen einen 1,5er-Sprung geben.

Beim Klavier ist die Tatsache, daß es nicht so viele Gemeinsamkeiten zwischen der Handballistik bei halber und voller Geschwindigkeit gibt, weniger offensichtlich, und darin liegt die Wirksamkeit des sofortigen Beginnens mit voller Geschwindigkeit, wie sie von 1, 3 und nun von mir befürwortet wird. Als sehr grobe Annäherung braucht es, um die Finger zu beschleunigen bzw. zu verzögern, mit voller Geschwindigkeit viermal soviel Energie wie bei halber Geschwindigkeit, und man hat nur die Hälfte der Zeit, um diese Kontrolle zu erzielen. Das bedeutet, daß die Probleme der halben von denen der vollen Geschwindigkeit im Hinblick auf die beteiligten Kontrollkräfte und Zeitbeschränkungen sehr verschieden sind. Das System für langsame Geschwindigkeit zu lernen tut einem nichts Gutes, wenn es sich nicht stufenweise steigern läßt, und für eine Vielzahl von interessanten Passagen geht das einfach nicht. Ein vorhergehender Teilnehmer [der Newsgroup] erwähnte die Coda zu Chopins Op. 52. Das ist ein weiteres exzellentes Beispiel, und eines, das dem sofortigen Herangehen mit hoher Geschwindigkeit zugänglich ist.

Das Fazit (gemäß der Theorie) ist, daß es viel einfacher ist, Musik im Zusammenhang zu lernen, und die volle Geschwindigkeit ist ein Teil des Zusammenhangs. Offensichtlich kann man Fingerstärke und andere notwendigen Vorbereitungen der Finger (vielleicht indem man andere Stücke mit schrittweise steigender Schwierigkeit übt) nicht ignorieren. Man spielt sehr kurze Abschnitte, und man spielt (am Anfang) jeweils nur mit einer Hand, um schnell zur vollen Geschwindigkeit zu kommen. Wenn diese Techniken einen nicht nahe an die volle Geschwindigkeit bringen, sollte man über ein weniger anspruchsvolles Stück nachdenken.

Jedenfalls, wenn Euch diese Vorgehensweise zusagt, solltet Ihr Euch ein Exemplar des Buchs holen und es ausprobieren. Es hat sich für mich sehr gelohnt, obwohl es zunächst sehr unbequem war, so sehr gegen die konventionelle Weisheit zu handeln.

Fröhliche Lieder, Dick Norton.


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